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Max Reger ist einer der großen Komponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts, einzigartig in der Vielfältigkeit seines Werks. Ein Charakterkopf, der zu seiner Zeit genau so berühmt wie Richard Strauss war. Weil er aber bewusst seinen ganz eigenen Weg suchte, blieb er Außenseiter in der Musikszene – bis heute. Zyniker, Hochstapler, Akademiker, hochsensibler Romantiker, Avantgardist … alle noch so widersprüchlichen Charakterisierungen treffen auf Reger zu und beschreiben ihn doch nie ganz.

1914 besucht Reger den Kurort Meran im Süden Tirols. Nicht freiwillig, denn Reger hatte, bei aller guten Laune, die er nach außen versprühte, Probleme: er arbeite wie ein Wahnsinniger, trank und aß im Übermaß, aber nicht nur das. Er litt an psychischen Erkrankungen und war 1914 das dritte Mal in seinem Leben zusammengebrochen, musste sich, arbeitsunfähig, ärztlicher Betreuung anvertrauen.
Der Dokumentarfilm Musik als Dauerzustand erzählt das Leben Max Regers aus der Sicht seines Kuraufenthaltes in Meran. Im Mittelpunkt steht der „moderne“ (von Schönberg geliebte) Reger, der mit seiner romantischen Seele den Aufbruch in die musikalische Moderne wagt, aber den Weg nicht ganz zu Ende gehen will oder kann. Der gesamte Film wird zum visuellen Spiel, einem Art Vexierbild zwischen Gegenwart des 21. Jahrhunderts und der Epoche um 1914, als Meran einer der mondänsten Kurorte Europas war. In assoziativen Rückblenden wird auf die wichtigsten Abschnitte im Leben Regers eingegangen: die Münchner, die Leipziger und die Mannheimer Zeit.
Dieser Dokumentarfilm ist nach wie vor eine der wenigen fundierten Filmdokumentationen zu Max Reger, engagiert umgesetzt und ästhetisch eigenständig umgesetzt durch den Grimme-Preisträger Andreas Pichler. In der Doppelrolle als Reger und Spurensuchender der Südtiroler Organist Stephan Kofler. Der Film ist in Zusammenarbeit mit dem Max-Reger-lnstitut Karlsruhe 2002 entstanden.