SPopp

Susanne Popp

Der Film – ein Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit, Geschichte und Gegenwart – regt zur Auseinandersetzung mit einem Komponisten an, der mehr durch Klischees und Anekdoten als durch seine Werke bekannt ist. Stephan Kofler verkörpert den Einzelgänger Reger und lässt bei Spaziergängen, beim Orgelspiel oder Briefeschreiben das Spiel mit den Epochen auf uns wirken: Alte Schwarzweiß-Fotos lassen die ihrem Ende zutaumelnde Kaiserzeit erstehen und kontrastieren mit den bunten des heutigen Meran. So wird das ganze Leben aus der Perspektive des einmonatigen Kuraufenthalts aufgerollt, mit atmosphärisch dichten Rückblicken, die die Geschichte von Zurückweisungen und Erfolgen, von selbst erzeugter Hetze und Zusammenbrüchen nachzeichnen und uns, ohne große Worte und Belehrung, Persönlichkeit und Werk eines Menschen näher bringen, der Außenseiter und Zeitgenosse zugleich war.

markus_becker_presse

Markus Becker

Markus Becker, Pianist (D): Die unbekümmerte Vermengung der Epochen macht diesen Film sehr sympathisch und strahlt einen Humor aus, der die Figur Reger sehr menschlich werden lässt. Die Darsteller, zum großen Teil Laien, geben dem Film Frische und tragen sehr zur Entstaubung unserer doch sehr schwarz-weißen Vorstellung der Regerzeit bei. Toll, dass sich jemand so engagiert diesem sperrigsten aller Romantiker annimmt, es lohnt sich!